Micron Document
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Colonel Jack
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Colonel Jack (voller Titel: The history and remarkable life of the truly honourable Colonel Jacque, commonly call’d Colonel Jack, deutsch Colonel Jacques, Leben und Begebenheiten des Obristen Jacque, Die merkwĂŒrdige Lebensgeschichte des sehr ehrenwerten Obersten Johannes, Oberst Hannes, Obrist Jack oder Die Geschichte und das ungewöhnliche Leben des sehr ehrenwerten Colonel Jacques, allgemein Oberst Jack genannt)cite-ref-1[1] ist ein von Daniel Defoe verfasster und 1722 erschienener Roman. Die erste Übersetzung ins Deutsche erschien 1740 unter dem Titel Leben und Begebenheiten des Obristen Jaques worinnen dessen Geburt, Auferziehung und seltsame Lebens-Geschichte beschrieben werden.cite-ref-2[2]

Contents

‱ Themen
‱ Rezeption
‱ Weblinks

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Kurzbeschreibung

Colonel Jack ist die Lebensgeschichte eines EnglĂ€nders, der aus einem Leben in Armut und KriminalitĂ€t aufsteigt, in der britischen Kolonie Maryland zu Wohlstand kommt, aus Abenteuerlust und Rastlosigkeit nach Europa zurĂŒckkehrt und dort sowie in der Karibik zahlreiche SchicksalsschlĂ€ge und Verwicklungen ĂŒberstehen muss, ehe er im heimischen London seinen Lebensabend antritt.

Inhaltsangabe

Kindheit und Werdegang als Krimineller

Die Mutter des kleinen Colonel Jack stammt aus der vornehmen Gesellschaft, der Vater erteilt der Ziehmutter den Auftrag, den kleinen Jack „stets daran zu erinnern, daß ich ein Gentleman sei; weiter verlangte er fĂŒr mich keine Erziehung“.cite-ref-267-3-0[3] Die Ziehmutter hat drei Jacks in ihrer Obhut: ihren eigenen Sohn, den Ich-ErzĂ€hler sowie ein weiteres Ziehkind. Zur Unterscheidung werden die drei Jacks mit MilitĂ€rrĂ€ngen versehen: Captain, Colonel und Major. Als Colonel Jack 10 Jahre alt ist, stirbt die verwitwete Ziehmutter.cite-ref-4[4] Ab da ĂŒbernimmt die Straße die Erziehung der drei Jacks, Colonel Jack arbeitet vor allem als Laufburschecite-ref-5[5] und bildet sich durch das Anhören von Unterhaltungen von Soldaten oder Matrosen „gewissermaßen zu einem Historiker aus.“cite-ref-273-6-0[6] Captain Jack wird Mitglied einer Bande, die sich auf EntfĂŒhrung von Kindern spezialisiert hat, die dann als Sklaven nach Virginia verkauft werden,cite-ref-7[7] Major Jack Mitglied einer Diebesbande.cite-ref-8[8] Als Colonel Jack 15 Jahre alt ist, bring Major Jack ihn „in vertraulichen Verkehr mit einem der ausgesuchtesten Taschendiebe der Stadt“,cite-ref-9[9] der als Robincite-ref-10[10] oder Willcite-ref-11[11] auftritt. Unter den Fittichen von Robin/Will erzielt Colonel Jack im Alter von 16 Jahrencite-ref-12[12] seinen ersten Erfolg, mit dem er sich jedoch nicht wohl fĂŒhlt: fĂŒnf Pfund Sterling Diebesbeute. „Mein Reichtum machte mir daher viel Sorge, da ich nicht wußte, wie ich ihn verwalten sollte; und ich trieb mich diesen und den nĂ€chsten Tag in einer solchen Seelenangst umher, daß ich mich endlich niedersetzte und weinte.“cite-ref-13[13] Von den fĂŒnf Pfund kleidet er sich neu ein und ist geschmeichelt, als ihm bescheinigt wird, er könne „gut fĂŒr den Sohn eines Gentleman gelten“, wenn er gut gekleidet ist.cite-ref-14[14] Aus der gleichen Geldbörse, aus der die fĂŒnf Pfund stammen, gibt Colonel Jack auf geschickte Weise die restlichen, hochwertigen Wechsel zurĂŒck, erhĂ€lt dafĂŒr eine hohe Belohnung, was seine Geldverwaltungs-Sorgen jedoch erhöht.cite-ref-15[15] Als der Besitzer der Geldbörse ihm anbietet, Geld zu verwahren und dafĂŒr Zins zu zahlen, geht Colonel Jack auf das Angebot ein.cite-ref-298-16-0[16] Colonel Jack zieht mit Robin/Will zusammen, und beide entwickeln das Prinzip weiter, nicht nur von der direkten Beute zu leben, sondern auch von den Belohnungen fĂŒr RĂŒckerstattungen fĂŒr hochwertige Beute, die sie als Kleinkriminelle nicht verwerten können.cite-ref-17[17] Robin/Will sattelt, zum Manne geworden, allerdings um, denn „das Gewerbe eines gewöhnlichen Taschendiebes war ihm zu niedrig geworden“: Robin/Will wird Mitglied einer StraßenrĂ€uber- und Einbrecher-Bande und versucht den inzwischen 19-jĂ€hrigen Colonel Jack mit in die Bande zu locken, „du wirst sehen, wir sind alle Gentlemen.“cite-ref-18[18] Doch „Will verstand [
] dieses Wort in einem ganz anderen Sinn als ich; denn sein Gentleman war nichts mehr und nichts weniger als ein Dieb auf einer höheren Rangstufe als der des Taschendiebs [
]; aber mein Gentleman war etwas ganz anderes, obgleich es mir eigentlich selbst nicht recht klar war, was ich darunter verstand. Wie dem auch sein mag – ich ließ mich durch das Wort bestechen und ging mit ihm.“cite-ref-19[19] Sie rauben unter anderem eine Kutsche aus und eine fast 60 Jahre alte,cite-ref-20[20] arme Frau, der sie alles nehmen, was sie nach eigenen Angaben auf der Welt besitzt.cite-ref-21[21] „Die Abscheu, welchen die Grausamkeit jener Tat in meiner Seele erzeugte, folgte notwendig einiger Widerwille an dem Gewerbe selbst, und der Gedanke drĂ€ngte sich mir nun mit Macht auf, daß dies die breite Straße des Teufels, keineswegs aber die Bahn eines Gentleman wĂ€re.“cite-ref-22[22] Colonel Jack trennt sich von Robin/Will, mietet sich eine eigene Dachkammer, doch zwei Tage spĂ€ter kommt es zu einem Todesfall infolge eines Einbruchs der Bande von Robin/Will, bei der nun auch Captain Jack mitmacht.cite-ref-23[23] Der Verfolgungsdruck steigt, die Bande versprengt sich, ein Bandenmitglied wird verhaftet und belastet andere Bandenmitglieder, darunter Robin/Will.cite-ref-24[24] Bald darauf warnt Captain Jack seinen Ziehbruder Colonel Jack, dass Robin/Will verhaftet worden sei;cite-ref-25[25] spĂ€ter endet Robin/Will am Galgen.cite-ref-333-26-0[26] Colonel Jack will mit Captain Jack reisen, deponiert sein liquides Vermögen von 60 Pfund bei jenem Verbrechensopfer, bei dem er ĂŒber sechs Jahre zuvor schon die insgesamt 25 Pfunde seiner ersten Erfolge deponiert hatte, die inzwischen durch Zinsen auf 34 Pfund angewachsen sind.cite-ref-27[27] Captain Jack erklĂ€rt, er wolle nach Schottland fliehen.cite-ref-333-26-1[26] Die Reise finanzieren die beiden Jacks teilweise durch weitere Kleinverbrechen, die in Schottland vollkommen unmöglich werden, denn aufgrund der dortigen Armut kann Captain Jack „kaum hoffen [
], aus seinem Gewerbe großen Vorteil zu ziehen“.cite-ref-28[28]

Werdegang als Zollangestellter und schottischer Soldat

Captain Jack verschwindet,cite-ref-29[29] wĂ€hrend Colonel Jack sich um ehrliche Arbeit bemĂŒht, „aber von zwei oder drei Stellen, fĂŒr die ich meine Dienste anbot, wurde ich zurĂŒckgewiesen, weil ich weder lesen noch schreiben konnte“, weswegen Colonel Jack einen „armen, aber ehrlichen jungen Mann“ als Lehrer gewinntcite-ref-30[30] und binnen „einem halben Jahre oder etwas darĂŒber [
] ziemlich gut lesen und schreiben“ kann. Anschließend arbeitet Colonel Jack fĂŒr einen Zollbeamten, der allerdings wegen Unterschlagung nach England fliehen muss, so dass Colonel Jack abermals arbeitslos ist.cite-ref-351-31-0[31] In diesem Moment kehrt Captain Jack nach 18 Monaten Abwesenheit als Soldat zurĂŒck. Colonel Jack weiß „nichts Besseres zu tun, als mich gleichfalls anwerben zu lassen“cite-ref-351-31-1[31] und fĂŒhlt sich „ungemein erleichtert, daß ich mich nunmehr in einer Laufbahn befand, welche [
] eines Gentleman nicht unwĂŒrdig ist.“cite-ref-352-32-0[32] Doch „nach ungefĂ€hr sechsmonatiger Dienstzeit erhielten wir die Nachricht, daß wir [
] in Newcastle [
] eingeschifft werden sollten, um zu dem Regiment [
] in Flandern zu stoßen.“ Captain Jack fĂŒrchtet, nach seinen Verbrechen in Newcastle dort wiedererkannt zu werden, wenn er prunkvoll im Trupp marschiert.cite-ref-352-32-1[32] Und Colonel Jack hat „ganz und gar keine Lust, als ein armer Musketier nach Flandern zu gehen und mir fĂŒr einen Sold von dreieinhalb Schillingen den Kopf einschlagen zu lassen“, so dass sie fliehen, als ihre Truppeneinheit nahe Dunbar weilt. Sie schlagen sich auf eigene Faust nach Newcastle durch, in der Hoffnung, auf einem Kohlenschiff ĂŒber See nach London zurĂŒckzukommen.cite-ref-33[33] In einem Bierhaus plaudern sie ihr Kohlenschiff-Vorhaben aus, und ein „SeelenverkĂ€uferschurke“cite-ref-34[34] betrinkt sich mit den beiden Jacks, die stark alkoholisiert auf das vermeintliche Kohlenschiff gelangen.cite-ref-35[35] Das Schiff bringt die Deserteure allerdings nach Maryland, wo sie als „Dienstleute“ verkauft werden sollen, also Sklaven.cite-ref-36[36]

Werdegang als Plantagensklave, Sklavenaufseher, Plantagenbesitzer und englischer Soldat

Die Wege der beiden Jacks trennen sich im Amerika. Captain Jack wird fliehen können und letztlich wĂ€hrend Colonel Jacks Amerika-Aufenthalt gehĂ€ngt werden.cite-ref-363-37-0[37] Colonel Jack wird derweil an einen Herrn verkauft, dessen Plantage an einem Zufluss des Potomac liegt.cite-ref-364-38-0[38] Jack tröstet die Aussicht, „daß ich durch fĂŒnfjĂ€hrige Dienstzeit das BĂŒrgerrecht des Landes erhielte, welches mit einem bestimmten Anteil an Land verbunden war, das ich fĂŒr mich selbst bebauen durfte.“cite-ref-363-37-1[37] Als Sklave hat Colonel Jack „mit drei harten Dingen zu kĂ€mpfen, nĂ€mlich mit harter Arbeit, hartem Lager und harter Kost.“cite-ref-364-38-1[38] Nach fast einem Jahr Dienstzeitcite-ref-39[39] kommt Colonel Jack in persönlichen Kontakt mit dem Plantagenbesitzer, bittet ihn um Aufbewahrung des zerschlissenen Dokuments, das seine Londoner Geldeinlage von inzwischen 94 Pfund belegt. Dieser Wunsch und Jacks Auftreten sind dermaßen beeindruckend, dass Jack zum Sklavenaufseher befördert wird.cite-ref-40[40] Die Aufgabe liegt ihm in der hergebrachten, gewalttĂ€tigen Form nicht.cite-ref-41[41] Colonel Jack verlegt sich also auf Manipulationen. Das erste Manipulationsopfer ist ein schwarzer Sklave namens Mouchat, dem erst eine außergewöhnlich grausame Strafe auferlegt wird – angeblich vom Plantagenbesitzer –, die auch in ersten ZĂŒgen durchgefĂŒhrt wird („zwei tĂŒchtige Hiebe“),cite-ref-42[42] ehe Colonel Jack sie unterbricht: „Was wĂŒrdest du sagen oder tun [
], wenn ich den großen Herren dazu bewegen könnte, dich zu begnadigen?“cite-ref-43[43] Sobald Colonel Jack die vermeintliche Strafe durch sein angebliches Eingreifen abwendet, ist Mouchat ihm bedingungslos ergeben, ebenso wie weitere Sklaven, bei denen Colonel Jack diese Manipulationstechnik anwendet.cite-ref-44[44] Der Plantagenbesitzer ĂŒbernimmt zur ProduktivitĂ€tssteigerung diese Manipulationstechnik („zweckmĂ€ĂŸig angebrachte GĂŒte“) fĂŒr seine gesamte Plantage.cite-ref-45[45] Aus Dankbarkeit entlĂ€sst der Plantagenbesitzer Colonel Jack bereits nach drei der fĂŒnf Dienstjahre in die Freiheit,cite-ref-46[46] doch Jack bleibt freiwillig noch „fĂŒnf oder sechs Jahre in meiner Stellung“.cite-ref-47[47] DarĂŒber hinaus schenkt der Plantagenbesitzer Jack dreihundert Acre Land, den Sklaven Mouchat und weitere Sklaven.cite-ref-48[48] Der nunmehrige Plantagenbesitzer Colonel Jack erweitert seinen Betrieb, erwirbt einen kleinen BĂŒchervorrat sowie – inzwischen ĂŒber dreißig Jahre alt – einen gelehrten weißen Deportierten, der ihm Latein beibringen sollcite-ref-49[49] und in Religion unterweisen. Durch diese Horizonterweiterung wĂ€chst in Jack „eine unĂŒberwindliche Lust zu sehen, was in der Welt vorging“.cite-ref-50[50] Nach einer Vorbereitungszeit von drei Jahren bestimmt er seinen Lateinlehrer zum Verwalter seiner inzwischen drei Plantagen und rund hundert Sklavencite-ref-51[51] und reist in Richtung England. Bei der Einfahrt in den Ärmelkanal wird sein Schiff allerdings von einem französischen Freibeuter geentert, der Colonel Jack nach Saint-Malo mitnimmt,cite-ref-52[52] wĂ€hrend das französisch besetzte Schiff des Colonel Jack von einem englischen Linienschiff zurĂŒckerobert und Jacks darin befindlichen Vermögenswerte somit gerettet werden. Jack erwirkt dank seiner GeschĂ€ftsbeziehungen seine Freilassung, reist weiter, gelangt acht Monate nach Verlassen Nordamerikas nach Gent, schließt sich vorĂŒbergehend englischen Truppen an und reist dann ins englische Deal.cite-ref-417-53-0[53]

Als Colonel Jacques in England

In England kann Colonel Jack auf sein Vermögen aus den nordamerikanischen Plantagen zurĂŒckgreifen und sieht sich daher „in eine sehr gute Lage versetzt“.cite-ref-417-53-1[53] Da seine französischen Papiere auf den Namen Colonel Jacques lauten, nennt er sich in London nun so, geriert sich als Franzose und hĂ€lt sich sogar französisches Hauspersonal.cite-ref-54[54] Nach zwei Jahren beginnt er, sich in eine 22-jĂ€hrigecite-ref-422-55-0[55] Dame aus der Nachbarschaft zu verlieben. „Man hatte ihr aber unglĂŒcklicherweise gesagt, ich sei unermeßlich reich und ein großer Kaufmann, und sie wĂŒrde an meiner Seite das Leben einer Königin bekommen. Ich wußte jedoch weder, daß sie aus diesem Beweggrund handelte noch daß man ihr solches gesagt hatte.“cite-ref-420-56-0[56] Nach der Heirat entpuppt sich die Ehefrau daher als „ein wildes, unbĂ€ndiges, völlig zĂŒgelloses Ding“.cite-ref-425-57-0[57] Colonel Jack, der ihren nunmehrigen Lebenswandel als dauerhaft unfinanzierbar ansieht, bittet sie, sich einzuschrĂ€nken, was sie ablehnt.cite-ref-58[58] Sie wird schwanger mit einem Kind, „das nach ihrer spöttischen Äußerung sein Dasein vielleicht jemand anderem verdankte“, bekommt von Colonel Jack ein Unterhaltsgeld von 300 Pfund jĂ€hrlich zugesichert gegen die „GewĂ€hr, daß sie mich nicht in Schulden stĂŒrzen wĂŒrde“.cite-ref-59[59] Die Trennung nach dreijĂ€hriger Ehe erfolgt nach leidenschaftlicher Auseinandersetzung und zum Bedauern von Colonel Jack, „denn ich liebte sie wirklich und hĂ€tte alles mit ihr sein mögen, nur kein Bettler und kein Hahnrei“.cite-ref-429-60-0[60] Dass ihre illegalerweise auf Jacks Namen ausgestellten Wechsel ins Leere laufen,cite-ref-429-60-1[60] sorgt bei denen, die die Wechsel annehmen, fĂŒr Unmut: Jack wird zweimal ĂŒberfallen, fasst „daher den Entschluß, mich wo möglich aus dem Bereich der Gefahr zu bringen“,cite-ref-61[61] und kehrt nach Frankreich zurĂŒck.cite-ref-62[62]

Werdegang als Colonel Jacques im Dienste Frankreichs

In Dunkerque kauft Colonel Jack sich eine Kompanie-Kommandantur in einem irischen Regiment, das bald darauf in Norditalien fĂŒr Frankreich kĂ€mpft. Er nimmt an verschiedenen Schlachten teil, unter anderem an der Schlacht bei Luzzara, wo er von einer Muskete getroffen und gefangen genommen wird. Er pflegt „vierzig Tage lang meine Armwunde“ in Parma, wird mit anderen Kriegsgefangenen „zum Zweck eines Gefangenenaustauschs aufbewahrt“, wozu man ihn in Trient in das Haus eines Mannes einquartiert, mit dessen Tochter Jack ein VerhĂ€ltnis beginnt, das in seine zweite Ehe mĂŒndet.cite-ref-63[63] Nach dem Gefangenenaustausch kehrt er mit seiner Frau zusammen nach Paris zurĂŒck.cite-ref-64[64] Er verkauft seine Kompanie-Kommandantur, nimmt an der erfolglosen Flottenexpedition des Stuart-ThronanwĂ€rters gen Schottland teil und nach RĂŒckkehr der Flotte seinen Abschied.cite-ref-451-65-0[65] Sein unerwartetes Auftauchen in Paris „fĂŒhrte mich zu einer Entdeckung hinsichtlich meines Weibes, die mir gar nicht behagen wollte“:cite-ref-451-65-1[65] Colonel Jack verdĂ€chtigt einen Marquis als Nebenbuhler, duelliert sich mit ihm und denkt, ihn getötet zu haben. Doch der Marquis ist nur verwundet, und Jack „zweifelte nicht, er werde, da er mich auf der Flucht glaubte, die wahre Sachlage angeben.“cite-ref-455-66-0[66] Über einen befreundeten Kaufmann bringt Colonel Jack sein Geld so in Sicherheit, dass er in London darauf zugreifen kann, und verabschiedet sich von seiner zweiten Gattin: „Es ist genug; der Marquis hat ehrlich Eure Schuld eingestanden, und ich bin mit Euch fertig.“cite-ref-455-66-1[66] Entgegen der Erwartungen seiner Verfolger nimmt Colonel Jack nicht den direkteren Weg nach England, sondern ĂŒber ChĂąlons, Bar-le-Duc, Deux Ponts und Köln nach Den Haag, wo er sich gen England einschifft.cite-ref-67[67]

Als Charnock/Charnot in England

„Ich befand mich nun in London, war aber genötigt, sehr zurĂŒckgezogen zu leben und meinen Namen zu verĂ€ndern“, so dass niemand von seiner IdentitĂ€t weiß außer einem Kaufmann, ĂŒber den er seine GeldgeschĂ€fte abwickelt und mit seinen Plantagen kommuniziert.cite-ref-457-68-0[68] Auf seine Plantagen zurĂŒckkehren möchte Jack noch nicht, denn „wenn ich dahin zurĂŒckkehren sollte, so war mir dies gerade, als ob ich lebendig ins Grabe stiege.“cite-ref-458-69-0[69] Von London zieht Colonel Jack nach Canterbury, „wo ich mich unter Franzosen einen EnglĂ€nder und unter EnglĂ€ndern einen Franzosen nannte. Um die TĂ€uschung vollkommen zu machen, gab ich mir bei ersteren den Namen Master Charnock, wĂ€hrend ich bei letzteren Monsieur Charnot hieß.“cite-ref-458-69-1[69] Auf der RĂŒckreise nach London lernt er eine KapitĂ€nswitwe kennencite-ref-70[70] und heiratet sie; sie bekommen drei Kinder.cite-ref-71[71] Die dritte Geburt schwĂ€cht die Gesundheit der KapitĂ€nswitwe, deren Hebamme ihr Alkohol als Heilmittel ans Herz legt.cite-ref-465-72-0[72] „Vom Tropfen ging es zum Nippen, vom Nippen zum Schlucke, vom Schlucke zu einem Glas und so weiter zu zweien, bis sie endlich eine richtige Trinkerin war“cite-ref-464-73-0[73] mit einer Neigung zu einem „Leben höllischer Ausschweifungen“.cite-ref-465-72-1[72] Mit einem Trinkkumpan seiner Frau prĂŒgelt Jack sich dermaßen heftig, dass er ahnt, „er werde wegen der Geschichte in der Stadt einen großen LĂ€rm machen, und so verließ ich diese mit meiner Familie“, um nahe Lancaster zu leben.cite-ref-74[74] Die fortgesetzte Trunksucht der KapitĂ€nswitwe fordert ihren Tribut: Die dritte Gemahlin von Colonel Jack stirbt nach ungefĂ€hr anderthalbjĂ€hrigem Aufenthalt im Norden.cite-ref-75[75] Nicht zuletzt, um den „drei unschuldigen Kindern“ eine neue Mutter zu geben, heiratet Colonel Jack eine 33-jĂ€hrigecite-ref-471-76-0[76] „Jungfer Margaret“, die „Moggy“ genannt wirdcite-ref-469-77-0[77] und „sowohl zu Lebzeiten meiner Frau als nach ihrem Tode sehr tĂ€tig und hilfreich bei meinem Hauswesen“cite-ref-468-78-0[78] gewesen ist. Moggy gebĂ€rt einen Sohn,cite-ref-471-76-1[76] eine Tochter, in einer Pockenepidemie sterben alle Kinder bis auf einen Sohn aus der Ehe mit der KapitĂ€nswitwe und Moggys Tochter. Moggy, die Colonel Jack daran hindert, sich zu sehr in den Jakobitenaufstand 1715 verwickeln zu lassen,cite-ref-472-79-0[79] stirbt nach vierjĂ€hriger Ehe „an den Folgen eines Sturzes, als sie eben mit einem Kinde gesegnet war“.cite-ref-471-76-2[76] Dieser Schicksalsschlag bewegt Jack dann doch, seine Tochter bei Moggys Vater zu lassen und sich mit seinem Sohn einzuschiffen, um nach Maryland heimzukehren.cite-ref-472-79-1[79]

Zweiter Aufenthalt in Maryland und Abenteuer in der Karibik

Auf seine Plantagen heimgekehrt, findet Jack seine erste Ehefrau dort als eine wegen einer kleinen Diebereicite-ref-479-80-0[80] deportierte Verbrecherin in seinen Diensten vor. Jack ist bereit, alles aufzubieten, „ihrer gegenwĂ€rtigen armseligen Lage ein Ende zu machen, vorausgesetzt, daß sie sich klug benehme und verschwiegen sei“.cite-ref-81[81] Sie arbeitet statt auf dem Feld anschließend im Haus. „Nachdem sie diese Stellung eine Zeitlang ausgefĂŒllt, erholte sie sich allmĂ€hlich und wurde wieder heiterer. Ihre eingesunkenen Formen rundeten sich, und sie begann wieder etwas von den strahlenden und bezaubernden ZĂŒgen zu gewinnen, die mir ehedem so teuer gewesen“,cite-ref-479-80-1[80] so dass Colonel Jack sie abermals heiratet.cite-ref-82[82] Gleichzeitig treffen jedoch immer mehr deportierte Jakobiten auf den Plantagen ein, und „obgleich ich selbst keine von diesen armen Leuten ankaufte, so taten es doch meine Nachbarn“ und Jack fĂŒrchtet, von einem deportierten Jakobiten als Rebellen-Sympathisant identifiziert zu werden und somit Freiheit und Besitz zu verlieren.cite-ref-83[83] Unter einem Vorwand lĂ€sst Jack sich auf Antigua nieder, wĂ€hrend seine Frau ĂŒber alte Bekannte in London versucht, eine Begnadigung zu erwirken. TatsĂ€chlich erfĂ€hrt Jack auf Antigua, dass der englische König einen Generalpardon unterzeichnet habe,cite-ref-84[84] will sich heimwĂ€rts aufmachen, wird aber in einem Sturm abgetrieben, so dass sein Schiff vor Kuba den Spaniern in die HĂ€nde fĂ€llt.cite-ref-85[85] Zu seinem GlĂŒck hat Jack „die Oberstleutnantsbestallung fĂŒr die irische Brigade [
] in der Tasche, worin erwĂ€hnt war, daß die genannte Brigade damals [
] unter den Befehlen seiner katholischen MajestĂ€t in Italien stand“,cite-ref-86[86] also des spanischen Königs. WĂ€hrend Jack und seine Leute, offiziell gefangen, auf eine endgĂŒltige KlĂ€rung ihres Rechtsfalls warten, können sie von Kuba aus illegalen Handelsabenteuern vor Veracruz nachgehen.cite-ref-87[87] Nachdem der Fall von Jack geklĂ€rt ist und er heimwĂ€rts zurĂŒckkehren kann, lĂ€sst er diese illegalen Handelsbeziehungen wieder aufleben, macht auf seiner ersten Fahrt aus 20.000 Dollar Investitioncite-ref-88[88] 200.000 Dollar Verkaufserlös.cite-ref-89[89] UngefĂ€hr fĂŒnf Monatecite-ref-90[90] nach dieser erfolgreichen Aktion am mexikanischen Festland versucht Colonel Jack eine Wiederholung, scheitert jedoch und muss unter falschem Namen bei einem mexikanischen GeschĂ€ftsfreund wohnen.cite-ref-91[91] „Hier schrieb ich auch diese Erinnerungen nieder“, so Jack gegen Ende des Buches. Schließlich reist er als angeblicher Spanier von der spanischen Kolonie Mexico nach CĂĄdiz, von dort nach London, wohin er auch seine Frau holt.cite-ref-520-92-0[92]

Entstehungsgeschichte

Seit Sommer 1720 arbeitete Defoe als Kriminalreporter fĂŒr Appleby’s Journal und kam mit den Insassen von Newgate und Bridewell in BerĂŒhrung, wo er Thema und Stoff fĂŒr Moll Flanders und Colonel Jack fand.cite-ref-93[93]

Textanalyse

Colonel Jack ist eine in Ich-Form verfasste Mischung aus fiktiven Memoiren, pikareskem Roman,cite-ref-94[94] Bildungsromancite-ref-95[95] und Abenteuerroman mit Piraten, Gefangenschaften, Duellen. Gleichzeitig ist der Text eine Parabel mit ZĂŒgen eines MĂ€rchenscite-ref-96[96] und einer der ersten GefĂŒhlsromane (sentimental novel).cite-ref-97[97] Die erzĂ€hlte Zeit beginnt mit Colonel Jacks Geburt circa 1648cite-ref-98[98] und endet mehr als vier Monatecite-ref-520-92-1[92] nach dem 20. Dezember 1722, dem Veröffentlichungstermin des Romans Colonel Jack.cite-ref-99[99] Fast die HĂ€lfte des Textescite-ref-100[100] spielt in England, hauptsĂ€chlich London und Umgebung. Ein weiteres Viertel des Textes ist in der britischen Kolonie Maryland zu verorten.cite-ref-101[101]

Figurenkonstellation

Hauptfigur

Hauptfigur ist die Titelfigur Colonel Jack, die das Bindeglied darstellt zwischen an sich unverbundenen Episoden.cite-ref-102[102] Colonel Jack attestiert sich „eine sehr schlagfertige Zunge“ und dass er sich „besser auszudrĂŒcken [weiß] als viele, die eine weit bessere Schule genossen hatten.“cite-ref-103[103] Trotz der zur Schau gestellten Intelligenz weist Colonel Jack auch SchwĂ€chen auf wie eine große NaivitĂ€t in manchen Dingen (beispielsweise beim Kontakt mit Frauen) und Selbstzweifel, die einen großen Durst nach Anerkennung zur Folge haben.cite-ref-104[104] Letztlich ist fĂŒr den einstigen Dieb die Zwangsknechtschaft ein Fegefeuer, aus dem er gelĂ€utert hervorgeht, und seine Geschichte „eine Fallstudie wirtschaftlichen und sozialen Aufstiegs“.cite-ref-105[105]

Kriminelle Nebenfiguren (Auswahl)

‱ Captain Jack: Es ist der leibliche Sohn von Colonel Jacks Ziehmutter, ungefĂ€hr ein Jahr Ă€lter als Colonel Jack,cite-ref-268-106-0[106] „und als ob er als Dieb geboren war, so stahl er, fast noch ehe er sprechen konnte, alles, was in den Bereich seiner Finger kam“.cite-ref-269-107-0[107] Von Natur aus ist er verstockt und hinterhĂ€ltig, boshaft und brutal, unwissend, aber auch kĂŒhn und verwegen.cite-ref-269-107-1[107] WĂ€hrend Colonel Jacks erstem Maryland-Aufenthalt endet er in London am Galgen.
‱ Major Jack: Ebenso wie Colonel Jack ist der Sohn eines Gardemajorscite-ref-269-107-2[107] nur als Ziehkind aufgenommen, allerdings zwei Jahre nach Colonel Jack.cite-ref-268-106-1[106] Er besitzt „mehr Tapferkeit und Edelmut“ als Captain Jack,cite-ref-108[108] ist ein „heiterer, launiger, angenehmer Knabe“,cite-ref-269-107-3[107] ein Leichtfuß, der leichten Fußes sogar aus dem Newgate-GefĂ€ngnis entkommt und in Frankreich seine kriminelle Karriere fortsetzt, bis er erwischt und auf dem Pariser Place de GrĂšve gerĂ€dert wird.
‱ Robin/Will: Er ist ein „vortrefflicher Taschendieb“ und besitzt „eine solche Fingerfertigkeit, irgend etwas beiseite zu schaffen, daß kaum etwas, auf das er ein Augenmerk gerichtet hatte, seinen HĂ€nden entging. Überhaupt kann ich mich nicht erinnern, daß er je sein Ziel verfehlt hĂ€tte oder bei der Tat ertappt worden wĂ€re.“cite-ref-109[109] Sein GlĂŒck endet erst, als er seinem Spezialgebiet untreu wird: Er endet wegen Raubmords am Galgen.cite-ref-333-26-2[26]

Eheliche Nebenfiguren

‱ Die Londonerin (erste und fĂŒnfte Ehefrau): Sie ist die einzige Nebenfigur, deren Charakterisierung verglichen mit der des Colonel Jacks nicht relativ „platt“cite-ref-110[110] ausfĂ€llt. In die erste Ehe geht die MitgiftjĂ€gerin noch listigcite-ref-420-56-1[56] hinein mit dem Vorsatz, nach der Heirat lebenslustig und leichtsinnigcite-ref-425-57-1[57] das „Leben einer Königin“cite-ref-420-56-2[56] zu fĂŒhren. Nach der Heirat lĂ€sst dieses „ChamĂ€leon von einem Weibe“cite-ref-422-55-1[55] die wĂŒrdevoll-zurĂŒckhaltende Fassade fallen und bezichtigt ihren Mann des Geizes, der ihre Spielsucht mit dem Satz kommentiert: „Kein Besitztum ist groß genug, um einen WĂŒrfelbecher zu fĂŒllen.“cite-ref-425-57-2[57] Nachdem Colonel Jack sich und sein Vermögen dem leichtfertigen Twen entzieht, lĂ€utert sich die einstige Verschwenderin und Ehebrecherin und begegnet Jack als deportierte Kriminelle in der britischen Kolonie Maryland „mĂ€ĂŸig, klug und einsichtsvoll geworden“ wieder, ohne „ihre Unterhaltungsgabe, ihren Witz, ihr GedĂ€chtnis, ihre umfassenden Kenntnisse“cite-ref-111[111] verloren zu haben, in die Jack sich einst verliebte.
‱ Die Italienerin (zweite Ehefrau): Die Ehe mit der Wirtstochter, die ein einnehmendes Wesen, doch einen Hang zu Leichtsinn hat,cite-ref-451-65-2[65] ist eine Kurzschlusshandlung von Colonel Jack. Nachdem Colonel Jack sie wegen eines illegalen Duells mit einem Marquis fluchtartig verlassen musste, knĂŒpft „der Marquis sein frĂŒheres LiebesverhĂ€ltnis wieder mit ihr an und nahm sie zu sich.“cite-ref-457-68-1[68]
‱ Die KapitĂ€nswitwe (dritte Ehefrau): Die gesundheitlichen Folgen der dritten Geburt sind der Anfang von ihrem Ende. Sie betĂ€ubt ihre gesundheitlichen Probleme mit Alkohol, und die „schöne, bescheidene, gebildete Frau wurde zum Tier, zu einer Sklavin des Branntweins und trank nicht nur bei Tisch, sondern sogar in ihrem Schlafgemach, bis endlich ihre zierliche, wohlgebildete Gestalt den Umfang einer fetten Gastwirtin angenommen hatte“.cite-ref-464-73-1[73] Schließlich trinkt sie sich zu Tode.
‱ „Moggy“ (Margaret; vierte Ehefrau): Die Verbindung mit ihr ist die einzige Vernunftehe von Colonel Jack. „Eine Schönheit war sie gerade nicht, aber recht hĂŒbsch, wohl gebaut, heiteren Charakters, eine sehr gute HaushĂ€lterin“,cite-ref-471-76-3[76] und sie wird geliebt von den drei Kindern Colonel Jacks,cite-ref-469-77-1[77] die ohne Mutter zunehmend verwahrlosten und eine Ersatz-Mutter brauchten.cite-ref-468-78-1[78]

Weitere Nebenfiguren (Auswahl)

‱ Der Plantagenbesitzer: Er ist Colonel Jacks „guter Freund und WohltĂ€ter“,cite-ref-397-112-0[112] sehr reich, als Figur des öffentlichen Lebens Marylands bedeutend und besitzt „eine Menge sowohl schwarzer als englischer Sklaven.“cite-ref-364-38-2[38] Mit Hilfe dieses ihm wohlgesonnenen Herrn steigt der in die Knechtschaft verkaufte Jack bis in den Rang eines Grundbesitzers auf, doch der Plantagenbesitzer nimmt fĂŒr Jack auch die „Vaterstelle“ ein, „und ohne ihn war ich ein verlassener Fremdling“.cite-ref-397-112-1[112]
‱ Mouchat: Nachdem der schwarze Sklave Mouchat durch Colonel Jack mit einer gar nicht wirklich verhĂ€ngten ZĂŒchtigung bedroht war, deren vermeintliche Vollstreckung Colonel Jack dann „verhindert“, ist Mouchat seinem scheinbaren Retter Colonel Jack bis in den Tod ergeben und sogar bereit, an Jacks Stelle am Galgen zu enden.cite-ref-113[113]

Themen

Das Wesen des Gentleman

Der vage Begriff des Gentleman zieht sich wie ein immer wieder durchscheinender roter Faden durch das Buch. Die notwendigen Voraussetzungen, ein Gentleman zu sein, sind eine wesentliche Antriebsfeder fĂŒr Colonel Jack:

‱ Ob er das Kriterium hoher Geburt erfĂŒllt, bleibt selbst dann schleierhaft, wenn Colonel Jack annimmt, nur ein Gentleman wĂŒrde fordern, dass sein Sohn gesagt bekommen solle, er sei ein Gentleman.cite-ref-267-3-1[3] Das ist auch Jacks Beweggrund, sich einen Offiziersposten zu kaufen, sobald er das Geld dafĂŒr hat, und in den Krieg zu ziehen: Er wandelt dadurch bare MĂŒnze um in immaterielle Ehre.
‱ Das Kriterium höherer Bildung strebt Colonel Jack dagegen spĂ€testens ab dem Zeitpunkt an, zu dem er sich selbst „gewissermaßen zu einem Historiker“ ausbildet.cite-ref-273-6-1[6]
‱ Das Kriterium eines edlen Charakters ist schwerer zu erfĂŒllen in einer Gesellschaft, die Kinder in Armut und Unwissenheit aufwachsen lĂ€sst und die somit die Verantwortung fĂŒr die kriminelle Karriere der drei Jacks trĂ€gt. Dementsprechend hĂ€lt Colonel Jack erst recht spĂ€t seine Verbrechen „fĂŒr unehrenwert und mit dem Leben eines Gentleman nicht vereinbar“.cite-ref-114[114] Dass gute Manieren das AushĂ€ngeschild eines Gentleman sind, erkennt Colonel Jack dagegen sofort, nachdem ein GlashĂŒttenbesitzer einen heftig fluchenden vermeintlichen Gentleman ermahnt: „Ich bitte euch daher, wenn Ihr versucht seid zu fluchen, fragt Euch stets: Tut dies ein Gentleman? Ist dies eines Gentleman wĂŒrdig? Diese Frage wird schon hinreichen, Eurer Vernunft die ZĂŒgel anzulegen – und so werdet Ihr bald dieser schlimmen Gewohnheit entsagen können.“cite-ref-115[115]
‱ Bis zum Ende des Buches beschĂ€ftigt Colonel Jack dagegen das Kriterium ausreichenden Wohlstands, der allein einen Gentleman in die Lage versetzt, gĂ€nzlich ohne eigene Arbeit zu existieren. Dieses Kriterium verengt die Frage „Was ist ein Gentleman?“ bis hin zur Antwort: ein Landjunker mit viel Grundbesitz und ausgeprĂ€gten sozialen Vorrechten.

Kapital

Ausreichenden Wohlstand erzielt ein Gentleman nur mit ausreichenden finanziellen Mitteln. Schon frĂŒh erliegt Colonel Jack der erotischen Kraft des Geldes: Ein vorĂŒbergehender Geldverlust lĂ€sst den jugendlichen Jack „in leidenschaftlichem UngestĂŒm laut“ aufschreien,cite-ref-116[116] der Wiedergewinn sorgt dafĂŒr, dass er das Geld „liebkoste und kĂŒĂŸte“, ehe er wieder in TrĂ€nen ausbricht, „wie ich es zuvor getan hatte, als ich meine Habe fĂŒr verloren gab.“cite-ref-117[117] Colonel Jack nimmt aber auch rasch wahr, „aus welcher Quelle all die Sorgen und BedrĂŒckungen des menschlichen Lebens fließen, nĂ€mlich einmal aus dem rastlosen Haschen und Jagen nach Geld und dann aus der unablĂ€ssigen Sorge, es sich zu erhalten, sobald man in seinem Besitz ist“:cite-ref-298-16-1[16] Geld, das man besitzt, kann einem zur Freiheit verhelfen, doch vom Geld besessen zu sein bedeutet Unfreiheit.

Humankapital

Soziale Vorrechte eines Gentleman werden deutlich, wenn er auf andere Menschen herabschauen kann. Die Reichen und Vornehmen in London schauen auf die dortigen Armen herab, die als Besitz nur ĂŒber ihren Körper oder dessen Kraft verfĂŒgen. Die Plantagenbesitzer und sogar ihre Sklavenaufseher schauen auf die schwarzen Sklaven, Schuldknechte, Deportierten herab, die auf den Plantagen zur Arbeit gezwungen werden – auch hier ist der Körper oder dessen Kraft der einzige Besitz. Und das Prinzip, Menschen zur Ware zu verdinglichen, kommt sogar dann zum Tragen, als Jack sich eine Soldatenkompanie kauft. Colonel Jacks Abenteuer, so Hammond, können insgesamt „als Fallstudien ĂŒber das Thema AbhĂ€ngigkeit betrachtet werden: Jedes Abenteuer variiert das Thema Herr und Diener, Lehrer und SchĂŒler. [...] Das Herr-Diener-Thema wird umgekehrt, als andere wiederum von Jack abhĂ€ngig werden [...] Am Ende der ErzĂ€hlung [...] mĂŒssen wir schlussfolgern, dass Jack unabhĂ€ngig von anderen geworden ist und gelernt hat, Herr seines eigenen Schicksals zu sein.“cite-ref-118[118]

Rezeption

AndrĂ© Gide vermerkte in seinem Tagebuch ĂŒber Colonel Jack: „Das ist so schön wie das Leben selbst; die Kunst, mit der es dargeboten und umhĂŒllt wird, könnte nicht diskreter, nicht durchsichtiger sein.“cite-ref-119[119]

Deutschsprachige Textausgaben (Auswahl)

‱ Die Geschichte und das ungewöhnliche Leben des sehr ehrenwerten Colonel Jacques, allgemein Oberst Jack genannt. Übersetzung: Lore KrĂŒger. Aufbau, Berlin 1981.
‱ Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild (= Romane. Band 2.) Übersetzung: Carl Kolb. Hanser, MĂŒnchen 1968. S. 263–520.

SekundÀrliteratur (Auswahl)

‱ Khaled Aljenfawi: Colonel Jacks Americas and Spiritual Allegory. In: Arab World English Journal. Nr. 3, Oktober (Special Issue on Literature), 2015, ISSN 2229-9327, S. 115–126. pdf
‱ Gabriel Cervantes: Episodic or Novelistic? Law in the Atlantic and the Form of Daniel Defoe’s Colonel Jack. In: Eighteenth-Century Fiction. Jg. 24, Nr. 2, 2011/12, ISSN 0840-6286, S. 247–277. pdf
‱ Jeanne Clegg: The Intricacies of Office. Constables, Thieves and the Uses of Literacy in Moll Flanders and Colonel Jack. In: Journal of Early Modern Studies. JEMS. 2021. ISSN 2279-7149, S. 193–209. pdf
‱ Catherine Fleming: “My Fellow-Servants”. Othering and Identification in Daniel Defoe’s Colonel Jack. In: Digital Defoe. Studies in Defoe & His Contemporaries. Jg. 11, Nr. 1, 2019, ISSN 1948-1802, S. 17–35. pdf
‱ John R. Hammond: Colonel Jack. In: John R. Hammond: A Defoe Companion. Palgrave Macmillan, Basingstoke 1993. ISBN 0-333-51328-2. ISBN 0-389-21006-4. S. 118–126.
‱ Clayton Louis Kaupp: The moral purpose of Defoe’s rogue histories. Colonel Jack, Moll Flanders, Captain Singleton, The Fortunate Mistress (Roxana). (Masterarbeit.) Kansas State University, Manhattan KA 1968. pdf
‱ Carl Raymond Kropf: Colonel Jack. In: Carl Raymond Kropf: Defoe as puritan novelist. (Doktorarbeit.) Ohio State University, Columbus OH 1968. S. 76–103. pdf
‱ Syed W. Rizvi: Sentimentalism in Col. Jack. (Masterarbeit.) State University of New Jersey, Camden NJ 2017. pdf

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ Deutsche Nationalbibliothek: DNB-Normdatensatz. In: d-nb.info. Abgerufen am 15. Januar 2023.
cite-note-22. ↑ Norbert Miller: Entstehungsgeschichte und Quellen der Romane. In: Daniel Defoe: Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild (= Romane. Band 2.) Hanser, MĂŒnchen 1968. S. 887.
cite-note-267-33. ↑ Daniel Defoe: Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild (= Romane. Band 2.) Übersetzung: Carl Kolb. Hanser, MĂŒnchen 1968. S. 267.
cite-note-44. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 271.
cite-note-55. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 299.
cite-note-273-66. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 273.
cite-note-77. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 274.
cite-note-88. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 278.
cite-note-99. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 279.
cite-note-1010. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 290.
cite-note-1111. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 303.
cite-note-1212. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 296.
cite-note-1313. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 284.
cite-note-1414. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 287.
cite-note-1515. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 297.
cite-note-298-1616. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 298.
cite-note-1717. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 306.
cite-note-1818. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 314.
cite-note-1919. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 316.
cite-note-2020. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 335.
cite-note-2121. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 318.
cite-note-2222. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 320.
cite-note-2323. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 322.
cite-note-2424. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 323.
cite-note-2525. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 326.
cite-note-333-2626. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 333.
cite-note-2727. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 328.
cite-note-2828. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 347.
cite-note-2929. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 349.
cite-note-3030. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 350.
cite-note-351-3131. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 351.
cite-note-352-3232. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 352.
cite-note-3333. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 354.
cite-note-3434. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 358.
cite-note-3535. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 357.
cite-note-3636. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 359.
cite-note-363-3737. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 363.
cite-note-364-3838. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 364.
cite-note-3939. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 366.
cite-note-4040. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 370.
cite-note-4141. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 372.
cite-note-4242. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 378.
cite-note-4343. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 379.
cite-note-4444. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 382.
cite-note-4545. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 385.
cite-note-4646. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 389.
cite-note-4747. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 390.
cite-note-4848. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 390–394.
cite-note-4949. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 396.
cite-note-5050. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 407.
cite-note-5151. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 408.
cite-note-5252. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 411.
cite-note-417-5353. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 417.
cite-note-5454. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 419.
cite-note-422-5555. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 422.
cite-note-420-5656. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 420.
cite-note-425-5757. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 425.
cite-note-5858. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 426.
cite-note-5959. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 427.
cite-note-429-6060. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 429.
cite-note-6161. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 434.
cite-note-6262. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 437.
cite-note-6363. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 448.
cite-note-6464. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 449.
cite-note-451-6565. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 451.
cite-note-455-6666. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 455.
cite-note-6767. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 456.
cite-note-457-6868. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 457.
cite-note-458-6969. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 458.
cite-note-7070. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 459.
cite-note-7171. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 463.
cite-note-465-7272. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 465.
cite-note-464-7373. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 464.
cite-note-7474. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 466–467.
cite-note-7575. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 467.
cite-note-471-7676. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 471.
cite-note-469-7777. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 469.
cite-note-468-7878. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 468.
cite-note-472-7979. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 472.
cite-note-479-8080. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 479.
cite-note-8181. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 478.
cite-note-8282. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 483.
cite-note-8383. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 486.
cite-note-8484. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 493.
cite-note-8585. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 495.
cite-note-8686. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 496.
cite-note-8787. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 504.
cite-note-8888. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 506.
cite-note-8989. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 508.
cite-note-9090. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 510.
cite-note-9191. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 513.
cite-note-520-9292. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 520.
cite-note-9393. ↑ Miller, Entstehungsgeschichte und Quellen der Romane, S. 887.
cite-note-9494. ↑ „a picaresque narrative“ – John R. Hammond: Colonel Jack. In: John R. Hammond: A Defoe Companion. Palgrave Macmillan, Basingstoke 1993. ISBN 0-333-51328-2. ISBN 0-389-21006-4. S. 118–126. Hier S. 121.
cite-note-9595. ↑ Hammond, Colonel Jack, S. 119&125.
cite-note-9696. ↑ Hammond, Colonel Jack, S. 120–121.
cite-note-9797. ↑ “one of the earliest sentimental novels, a genre that became extremely popular in the eighteenth century, especially after Sterne‘s A Sentimental Journey [...] The frequent references to the heart as the source of feelings, the continual references to weeping, and abundant evidence of the hero's sensivity all confirm Colonel Jack as a novel rich in sentiment.” – Hammond, Colonel Jack, S. 120.
cite-note-9898. ↑ Dieses Datum lĂ€sst sich aus den Angaben im Text schließen: Zum Zeitpunkt der Schlacht von Preston (9.–14. November 1715) hat Jack von seiner da noch lebenden (S. 472) vierten Frau Moggy mindestens einen Sohn aus dem ersten Ehejahr (S. 471) sowie eine Tochter (S. 472), so dass die Ehe mindestens seit 1713 bestanden haben muss. Die Abreise Jacks aus England erfolgte somit frĂŒhestens direkt nach der Schlacht von Preston im Jahre 1715 (angenommen, dass Moggy gleich darauf starb), spĂ€testens 1717. Da Jack nach einer „vierundzwanzigjĂ€hrigen Wanderung“ nach Amerika zurĂŒckfĂ€hrt (S. 473), ist seine Abreise von dort im Zeitraum 1691 bis 1693 erfolgt. Da er etwa zwanzig Jahre dort verbracht hatte (S. 363), kam er um 1672 herum nach Nordamerika. Da er vor dieser ersten Nordamerika-Fahrt „vierundzwanzig Jahre ein leichtfertiges und spĂ€ter ausgemacht verworfenes Leben gefĂŒhrt“ hat (S. 519), ist er um 1648 herum geboren.
cite-note-9999. ↑ Miller, Entstehungsgeschichte und Quellen der Romane, S. 911.
cite-note-100100. ↑ 117 der 255 Seiten in der Hanser-Ausgabe von 1968.
cite-note-101101. ↑ 65 der 255 Seiten in der Hanser-Ausgabe von 1968
cite-note-102102. ↑ “the novel is unified by the personality of its central character but is in essence a series of unconnected episodes.” – Hammond, Colonel Jack, S. 121.
cite-note-103103. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 270.
cite-note-104104. ↑ „there are many occasions when he displays self-doubt, prevarication or diffidence in spite of his urge towards nobler qualities.“ – Hammond, Colonel Jack, S. 120.
cite-note-105105. ↑ „a case study in economic and social advancement“ – Hammond, Colonel Jack, S. 122.
cite-note-268-106106. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 268.
cite-note-269-107107. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 269.
cite-note-108108. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 418.
cite-note-109109. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 302.
cite-note-110110. ↑ „flat“ – Hammond, Colonel Jack, S. 121.
cite-note-111111. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 480.
cite-note-397-112112. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 397.
cite-note-113113. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 383.
cite-note-114114. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 400.
cite-note-115115. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 315.
cite-note-116116. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 285.
cite-note-117117. ↑ Defoe, Moll Flanders, Colonel Jacques, Roxana, John Sheppard, Jonathan Wild, S. 286.
cite-note-118118. ↑ “the substance of his adventures can be regarded as case studies in dependence: each is a variation on the theme of master and servant, teacher and pupil. [...] The master-servant theme is inverted when others in turn become dependent on Jack [...] [A]t the conclusion of the narrative [...] we are left to draw the inference that Jack has shed his dependence on others and learned to become master of his own destiny.” – Hammond, Colonel Jack, S. 118–119.
cite-note-119119. ↑ Tagebucheintrag vom 5. September 1922, zitiert nach Miller, Entstehungsgeschichte und Quellen der Romane, S. 888.

Weblinks

‱ Colonel Jack im englischen Original in verschiedenen Download-Formaten auf archive.org.
‱ Colonel Jack im englischen Original als PDF-Volltext auf public-library.uk.